Vortrag über Entwicklungsstörungen im Schulalltag …

Der Förderverein der Dietrich-Bonhoeffer-Schule (DBS) Lich hatte zum  alljährlichen Herbstvortrag Eltern, Lehrer und Erzieher in den Hörsaal der DBS eingeladen. Dr. med. Andreas Rave, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, referierte über „Kindliche Entwicklungsstörungen im Schulalltag. Woran erkenne ich, dass es meinem Kind schlecht geht?“ Vereinsvorsitzender Alexander Kargoscha begrüßte die Gäste.

Der Referent erläuterte die grundsätzlichen Unterschiede von psychischen Erkrankungen bei Kinder und Jugendlichen gegenüber Erwachsenen. Bei Auffälligkeiten zu Hause, im Kindergarten oder in der Schule sei daher zuerst eine organische Abklärung der Gesundheit beim Kinderarzt notwendig. Hinter aggressiven Verhaltensweisen könne auch eine Schilddrüsenfehlfunktion und bei Konzentrationsstörungen auch eine Epilepsie Ursache für das auffallende Verhalten sein. „Sie als Eltern, Erzieher und Lehrer sind in der Verantwortung und müssen bei Auffälligkeiten im Verhalten des Kindes oder Jugendlichen alles artikulieren und zusammentragen, was gesehen wird. Wichtig ist es, dass alle Betroffenen zusammenhalten, seien es die Eltern, Lehrer oder Erzieher“, sagte Rave.

Er unterschied zwischen emotionalen, depressiven, Aktivitäts- und  Aufmerksamkeitsstörungen sowie Störungen des Sozialverhaltens. Zum Abschluss zeigte Rave die Möglichkeiten der Diagnostik und Behandlung auf. Alle Gespräche und weiteren Behandlungen mit dem Psychiater sind Kassenleistungen, die übernommen werden. Nach dem offiziellen Teil konnten die Zuhörer dem Referenten Fragen stellen. Woran erkennt man eine Störung? Ein plötzlicher Leistungsabfall in der Schule, das Absondern von den Anderen, Aggressivität in der Pause könnten erste Anzeichen sein. Häufige Reaktionen bei den Kindern sind Bauchschmerzen und Kopfschmerzen. Ein Auslöser könnte zum Beispiel Prüfungsangst sein. Vorsitzender Kargoscha dankte am Ende dem Referenten für den ausführlichen Vortrag und verabschiedete die Gäste.