Experimentieren geht über studieren – Berufsorientierung im Bereich der Laborberufe …

Ein Kooperationsprojekt der DBS Lich & der BAG Health Care GmbH

Wie in einem Diagnostik-Labor fühlten sich die Schüler der G9er-Klassen an der DBS Lich. Während der Projektwoche vom 01.03. bis 03.03.2017 suchten die Schüler mit Hilfe eines molekularbiologischen Versuchs einen geeigneten Organspender.

Die Szene sieht sehr praxisnah aus: Die ca. 24 Neuntklässler sind in Schutzanzüge gehüllt, tragen blaue Handschuhe und bewegen sich sehr konzentriert. Um sie herum haben Herr Dr. Marell, Frau Kissel, Frau Müller (BAG Health Care GmbH), Frau Dotzauer und Herr Mevißen (beide Lehrkräfte der DBS Lich) den „Laborworkshop Transplantationsdiagnostik“ aufgebaut. Dieser verspricht den Teilnehmern einen Einblick in die Tätigkeiten von Laboranten zu geben und die Möglichkeit, ihr Können bei typischen Tätigkeiten selbst zu testen. Um die Schüler während des Workshops besser unterstützen zu können, absolvierten die betreuenden Lehrkräfte einen Praxistag im Labor der BAG Health Care GmbH.

Zunächst machen sich die Teilnehmer/innen mit den unbekannten Laborgeräten, wie z. B. der Kolbenhubpipette, vertraut. Danach startet der eigentliche Versuch schon. Es werden Reaktionsgemische aus div. Substanzen und DNA zusammen pipettiert. Diese werden dann mit dem eigentlichen Herzstück des Versuchs untersucht – der PCR-Maschine.

Die Abkürzung PCR steht für Polymerasekettenreaktion. Dieses Gerät, so wird es den Teilnehmern erläutert, vervielfältigt einen kleinen Teilbereich der DNA, indem in drei Schritten, welche sich dreißig Mal wiederholen, aus der original DNA mit Hilfe der vorher hinzugefügten Substanzen Kopien erstellt werden. Dadurch wird das Erbmaterial um den Faktor 2 hoch 30 vervielfältigt.

Die Proben werden dann auf ein Agarose-Gel aufgetragen und elektrophoretisch aufgetrennt. PCR und Gel-Elektrophorese sind heute Standardmethoden im Bereich der Biologie, medizinischen Diagnostik und forensischen Medizin. Auch wenn es kompliziert klingt, der Vorgang lässt sich direkt über einen Video-Beamer mitverfolgen. Am Ende sieht man das Resultat: unterschiedliche Balkenstrukturen. Doch bei zwei DNA-Proben stimmen die untersuchten Merkmale überein. Die HLA-Typisierung war erfolgreich und es konnte ein Organspender gefunden werden.

Im Verlauf des Workshops werden die Teilnehmer für das Thema Organspende sensibilisiert und lernen zwei Standardmethoden, die in modernen Laboren, wie beispielsweise bei der BAG Health Care GmbH, nicht wegzudenken sind, kennen. Die primäre Zielsetzung liegt aber in der Berufsorientierung im Bereich der Laborberufe. Daher ist es den Verantwortlichen besonders wichtig, dass berufliche Tätigkeiten und Anforderung deutlich werden und die Schüler diese mit ihren Fähigkeiten und Interessen abgleich können. Am Ende des Prozesses, so die Hoffnung, stehen besser informierte und motivierte Bewerber für Ausbildungsberufe in der Chemie, Biotechnologie und weiteren Sparten.

Ob der Laborworkshop Transplantationsdiagnostik, der durch die DBS Lich, die BAG Health Care GmbH und den FCI (Fonds der Chemischen Industrie) finanziert wird, dieses Ziel auch erreicht, wird mittels eines Evaluationsbogens, der von Studierenden (Fach Arbeitslehre auf Lehramt) der JLU Gießen erarbeitet wurde, untersucht.