Studienfahrt nach Straßburg …

Fremdsprachunterricht ohne reale Anwendungsmöglichkeiten ? Landeskundliche Informationen vom Lehrer ohne eigene Eindrücke ? Das ist irgendwie unvollständig und ausbaufähig. So nahmen 26 Schülerinnen und Schüler der Französischklassen des achten, neunten und zehnten Schuljahres der DBS an einer Studienfahrt nach Straßburg teil, um Sprache, Land und Leute aus erster Hand kennenzulernen.

Direkt im Anschluss an die Anreise mit dem Zug und des Bezuges der Unterkunft im quartier universitaire in unmittelbarer Nähe des Stadtzentrums wurde noch am ersten Tag die Altstadt erkundet. Bei einer launigen Stadtführung mit vielen interessanten Informationen zur wechselhaften deutsch-französischen Stadtgeschichte und Architektur zeigten die Teilnehmer großes Interesse und konnten ihr Vorwissen mit einbringen. Straßburg ist natürlich auch für seine europäischen Institutionen bekannt und so stand das Europaparlament am zweiten Nachmittag auf dem Programm. Eine interessante Führung mit Videopräsentation und Besichtigung des Plenarsaales mit über 900 Sitzen, in dem die Europaabgeordneten zwölf Mal im Jahr über alle Gesamteuropa betreffenden Gesetzesvorlagen abstimmen beeindrucken nachhaltig. Nach vielen zu Fuß zurückgelegten Kilometern an den ersten beiden Tagen wurde am Mittwoch die Fortbewegungsart und die Perspektive auf die Stadt verändert. Eine gemütliche Bootsfahrt mit dem bateau-mouche auf der Ill schonte die müden Füße und brachte die Dichte und Schönheit der vielen Gebäude, Brücken, Kirchen, Schulen und Museen zum Vorschein. Der Blick auf das große Ganze gelang dann von der Plattform des Straßburger Münsters in 60 Metern Höhe, von wo aus ein guter Rundumblick auf die Stadt und die umliegenden Gebirge wie den Schwarzwald und die Vogesen zu genießen ist. Bei einer einwöchigen Studienfahrt wird aber natürlich nicht nur rezeptiv gearbeitet. Die von den begleitenden Fachlehren und Organisatoren Barbara Aff und Uli Dietl vorbereitete Stadtrallye war für die unterschiedlichen Französischlernjahre differenziert, sodass alle Gruppen eine ihrem Sprachniveau angemessene Stadterkundung mit vielen kommunikativen Aufgaben selbstständig durchführen konnten. Straßburg ist mit seinen vielen Studenten die zweitgrößte Universitätsstadt Frankreichs und damit eine sehr junge Stadt. Aus der Vielzahl der kulturellen Angebote wurde am vorletzten Tag das Museum der modernen Kunst in einem großen Glaspalast ausgewählt. Die angebotene Kunst ist natürlich Geschmacksache, nicht jedem gelang es, bei einem Kunstwerk mit aufgehängten Geschirrtüchern die Kunst zu entdecken, aber riesige Wandgemälde auf 40-50 Quadratmeter großen Leinwänden oder millionenschwere Meisterwerke von Kandinsky oder Monet wussten zu gefallen. Vor dem abschließenden Abendessen im Café des Brasseurs mit elsässischem Flamkuchen versuchten die Fahrtteilnehmer noch in kleinen Videosequenzen die Sehenswürdigkeiten zu erfassen und zu präsentieren sowie mit Straßeninterviews die Meinung von Straßburger Bürgern zu diversen Themen zu erfragen. Geplant ist eine Aufarbeitung des Materials für den Französischunterricht, damit auch die zu Hause gebliebenen Französischlerner von den Erfahrungen und Eindrücken aus erster Hand profitieren können. Als schönes Nebenprodukt der Fahrt kann festgehalten werden, dass eine Annäherung der unterschiedlichen Altersklassen absolut positiv verlaufen ist und Schülerinnen und Schüler Kontakte miteinander geknüpft und Freundschaften gefunden haben, die weiter in den Schulalltag hineinstrahlen werden.   

 

Selbstverständlich kann eine Studienfahrt dieser Art einen Schüleraustausch mit Unterkunft in Gastfamilien vor allem in sprachlicher Hinsicht nicht ersetzen, die landeskundlichen Eindrücke und die Erkenntnis, dass Frankreich und Deutschland sich vor allem in Straßburg historisch und kulturell sehr nahe sind machen diese Fahrt aber ebenso wertvoll wie die Motivation zur Teilnahme derjenigen Schülerinnen und Schüler, die sich einen Schüleraustausch nicht zugetraut hätten.

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