DBS-Handballerinnen bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin …

Nach dem souveränen Gewinn der Hessenmeisterschaften vertrat die Handball-Mannschaft der Mädchen der Kernjahrgänge 2003/2004 diese Woche die Landesfarben Hessens bei den deutschen Meisterschaften in Berlin – und das mit gutem Erfolg. Platz 7 im Endranking, vor zum Beispiel den Schulen aus Hamburg und Magdeburg und mit vielfältigen Eindrücken und Kontakten zu Sportlern aus Deutschland kehrten die Mädels stolz nach Lich zurück.

Schon vor Turnierbeginn war klar, dass das eine ganz große Sache werden würde. So wurde die Mannschaft im Vorhinein vom Land Hessen mit einer rot-weißen Trainingsjacke („Landessieger“) ausgestattet und auch die zwölf mitreisenden Eltern und Fans waren wie die Mannschaft mit Pullis mit der Aufschrift „Team Hessen“ nach Berlin gereist. Besonders wert geschätzt wurden alle hessischen Mannschaften schon am Anreisetag bei einem abendlichen Empfang in der hessischen Landesvertretung in den Ministergärten. Jede Mannschaft wurde vorgestellt, interviewt und die herausragenden Sportler nach ihren Zielen befragt, ehe das umfangreiche Buffet für die Jugendlichen frei gegeben wurde.Wusste man vor dem Turnier noch nicht so genau, wo man sich leistungsmäßig einsortieren könnte, war bei der ersten Teilnahme einer Licher Schulmannschaft bei deutschen Meisterschaften im Handball nach der Vorrunde klar: Wir können mithalten und die Großen ein bisschen ärgern.

Zu Turnierbeginn in der doppelstöckigen Berliner Sporthalle wartete die Sportschule aus Frankfurt/Oder auf das Licher Team, diese war beim 8:6 aber der erwartet schwere Gegner. Im zweiten Spiel des Tages wurde der Landessieger Niedersachsens mit 13:12 besiegt und bei einer besseren Chancenverwertung wäre ein deutlicherer Sieg möglich gewesen. So stand das erhoffte Endspiel um den zweiten Platz in der Vorrundengruppe C gegen das Sportgymnasium Magdeburg aus Sachsen-Anhalt bevor, bei dem Licher Spielerinnen um Livia Gleim, Rika Schneider und Gretha Nau die Nerven behielten und beim 8:8 einen Punkt und somit Platz zwei sicherten, der anderntags zur Teilnahme an der Finalrunde der letzten acht Mannschaften berechtigte.
Nicht nur die einheitlichen Outfits aller hessischen Mannschaften sondern auch die Anreise im ICE, die Unterbringung im Hotel, bei der schnell Kontakte zu anderen Teams aus diversen Bundesländern und aus verschiedenen Sportarten geknüpft wurden, zeigten, dass es sich beim Bundesfinale um eine ganz besondere Veranstaltung handelt. Schon bei der Akkreditierung am Berliner Hauptbahnhof war das Fernsehen dabei und auch während der Spiele tauchten immer wieder Kamerateams auf, um Szenen aus den Spielen und Wettkämpfen und darum herum aufzunehmen.
So auch am zweiten Wettkampftag, als sich zeigte, dass das Losglück nicht unbedingt auf Licher Seite war, denn nun bekam man es mit dem letztjährigen deutschen Meister vom Landesgymnasium für Sport aus Leipzig und dem Landessieger aus Berlin zu tun. Gegen Leipzig lieferten die Mädchen ihr wohl bestes Turnierspiel ab und verlangten den Sächsinnen alles ab. Beim 1:0 und 6:5 Lag die DBS in Führung und auch beim 11:12 neunzig Sekunden vor Schluss war die Sensation noch möglich. Glücklich aber verdient setzte sich der spätere erneute Turniersieger aus Leipzig in den letzten Sekunden des Spiels dann doch noch mit 14:11 durch. Im zweiten Spiel des Tages fehlte dann ein wenig die Kraft um gegen Berlin etwas mitzunehmen und man verlor auch in dieser Höhe verdient mit 9:13. Im letzten Turnierspiel sollte dann aber auf jeden Fall Platz 7 geholt werden. Die Spielerinnen gingen meist nur noch auf dem Zahnfleisch aber eine starke mentale Leistung mit enormer Willenskraft und einer abgezockten Marie Truckenmüller (3 Tore in der Endphase) bescherten den erhofften positiven Turnierausklang. Gegen Bremen lag man zur Halbzeit mit 10:9 zurück und beim 12:10 für Bremen sah es nicht gut aus. Jetzt legten die Spielerinnen um Sophia Tapp, Leni Nathes, Selina Lotz und Jil Jackl noch eine Schippe drauf und bei einer Licher 18:16-Führung kurz vor Schluss gelang den ebenfalls schnellen und kampfstarken Bremerinnen nur noch der Anschlusstreffer zum 17:18 Endstand. Und dieses tolle Ergebnis zahlte sich dann auch noch in Sachen Prominenz aus. Bundestrainer Christian Prokop gratulierte zum siebten Platz und stellte sich für ein Erinnerungsfoto zur Verfügung und Mattias Zachrisson, schwedischer Nationalspieler und Spieler der Füchse Berlin bemerkte schmunzelnd, dass die Licher Mädchen besser wären als die deutsche Nationalmannschaft der Männer, die im vergangenen Jahr nur Platz 9 bei den Europameisterschaften belegt hat.

Nach dem Ende der sportlichen Wettkämpfe nutze die Mannschaft den Abend und den Finaltag am Freitag, um das Reichstagsgebäude, das Brandenburger Tor und andere Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Von der Aussichtsplattform am Potsdamer Platz konnte die Ausdehnung der Stadt bewundert werden und an der East Side Gallery informierten sich die Mädels am längsten erhaltenen Mauerstück über die Geschichte der Berliner Mauer. Den krönenden Abschluss bildete dann die Abschlussveranstaltung mit mehreren tausend jugendlichen Sportlern in der Max-Schmeling-Halle mit Siegerehrungen, diversen Show-Acts und anschließender Disco-Party.
Festzuhalten bleibt: Ein tolles Turnier mit einem gerechten Ausgang. Die Mannschaft ist deutschlandweit konkurrenzfähig, mit etwas Glück kann man noch einen oder zwei Plätze nach vorne rücken, aber mit etwas Pech auch drei oder vier Plätze nach hinten. Die großen Sportschulen und Landesinternate im Osten mit professionellen Strukturen, an denen Schülerinnen aus dem ganzen Bundesland zusammengezogen werden, sind ein wenig zu stark, aber auch der Abstand zu diesen Sportlerinnen ist nicht all zu groß. Es war toll bei diesem Turnier dabei zu sein und zu merken, dass man mithalten kann und nächstes Jahr wollen wir unbedingt wieder nach Berlin ….

Für die DBS waren im Einsatz: Sophia Tapp, Jil Jackl, Selina Lotz, Lotte Bodach, Livia Gleim, Anna Stadler, Leni Nathes, Gretha Nau, Emily Walter, Marie Truckenmüller, Nele Liebich, Rika Schneider, Coaches Uli Dietl und Ulli Will