DBS-Geschichtslehrer bildeten sich fort …

Text und Fotos: Jan Hildebrand

Kalt und zugig war es im Winter auf den mittelalterlichen Burgen und nur ein Raum, die Kemenate, war beheizt; so lernt man es im Geschichtsunterricht. Was das bedeuten konnte, erfuhren am 23. Oktober die Mitglieder der Fachschaft Geschichte der DBS bei einer Fortbildung auf Burg Münzenberg. Zum großen Bedauern der Kollegen war trotz niedriger Temperaturen auch die Kemenate der Ruine nicht mehr beheizt.

Das „Wetterauer Tintenfass“, einst repräsentativer Sitz der mächtigen Reichsministerialen von Münzenberg, soll künftig stärker in den Unterricht an der DBS eingebunden werden können. Aus diesem Grund organisierte Jan Hildebrand, Koordinator des Gesellschaftwissenschaftlichen Lernfeldes, in Zusammenarbeit mit Jan-Nikolas Döllinger von der Museumsabteilung der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen die Fortbildung in der Burgruine zum Thema „Mittelalter zum Mitmachen“.

Nach Unterrichtsende machten sich die 13 Kolleginnen und Kollegen aus Lich auf den Weg ins benachbarte Münzenberg, wo im gutbürgerlichen Gasthaus „Zum Löwen“ ein Mittagstisch breitstand. Frisch gestärkt ging’s dann durch das historische „Biergässchen“ zu Fuß in Richtung Burgtor. Dort warteten bereits Museumspädagogin Astrid Jäger mit Jan-Nikolas Döllinger auf die geschichtsinteressierten DBS-Lehrer.

Historikerin Jäger, hat sich intensiv mit der wechselvollen Geschichte der Burg und ihren architektonischen Besonderheiten befasst. Sie führte die Gruppe bei einem Rundgang kenntnisreich mit Details und Anekdoten in die Thematik ein. Mit einem Suchspiel wurden anschließend methodische Möglichkeiten aufgezeigt, wie man die Burg als spannenden außerschulischen Lernort für Schülerinnen und Schüler nutzen kann. Hierbei mussten verschiedene Gegenstände mit bestimmten Orten in der Burg in Verbindung gebracht werden. Wo also gehörte der Kochlöffel hin und wo die Kette mit dem Kreuz? Welche Funktion hatten Koch oder Geistlicher in der Burg und welche Rolle spielten damals die Frauen? Diese Fragen sollen sich später auch die Schulklassen bei einem Besuch der Burg stellen und Antworten darauf finden.

Nach abschließendem Genuss der phantastischen Aussicht vom begehbaren Bergfried verließen die DBSler Burg Münzenberg und machten sich auf den Weg ins historische Rathaus des kleinen Fachwerkstädtchens. Hier wartete schon Christina Gogol mit Kaffee und Gebäck auf die Gruppe. Die gelernte Goldschmiedin bot Workshops zu geschichtlichen Themen an, die auch mit Schülern durchgeführt werden können. Schreiben wie im Mittelalter mit Federkielen aus Gänsefedern und selbst gemachter Tinte auf Pergamentpapier und Steinbearbeitung von Schmuckanhänger aus Speckstein konnten die Licher Pädagogen selbst ausprobieren. Ebenso Rollenspiele zur Ständegesellschaft und zum Lehnswesen.

Die Fortbildung bot, wie die Kolleginnen und Kollegen am Ende übereinstimmend fanden, spannende Einblicke, auf welche Weise man Burg Münzenberg im Rahmen des Geschichtsunterrichts als außerschulischen Lernort nutzen kann und welche Bereiche sich beispielhaft für mittelalterliche Geschichte in den Unterricht einbinden lassen. Einer künftig stärkeren Nutzung steht also nichts mehr im Wege.