Luisa Andres vertritt die DBS beim Vorlesewettbewerb auf Landesebene …

Licher Schülerin schafft es in den Landesentscheid

(Gießener Allgemeine vom 15.05.2021 von Ursula Sommerlad)

Vier Vorrunden hat sie beim Vorlesewettbewerb schon für sich entschieden. Nun nimmt Luisa Andres aus der G6b der Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Lich am Landesentscheid teil.

Luisa liest viel. »Zusammen mit meiner Zwillingsschwester Lotta habe ich ein ganzes Regal voller Bücher«, erzählt sie. Außerdem besitzt die Sechstklässlerin aus Gambach einen Kindle für E-Books; vor Corona hat sie auch Bücher aus der Schulbibliothek ausgeliehen. Doch Luisa, die die G6b der Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Lich besucht, liest nicht nur gerne, sie liest auch gut vor.

So gut, dass sie es beim Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels bis in den Landesentscheid geschafft hat. Am 25. Mai heißt es Daumen drücken. Dann wird sich entscheiden, ob die Elfjährige als eine von 16 Landessiegern an der Endausscheidung teilnehmen kann. Die findet in normalen Zeiten immer im Juni in Berlin statt und wird vom rbb und auf KiKa ausgestrahlt. In diesem Jahr allerdings sind Termin und Ablauf des Finales wegen der Corona-Lage noch ungewiss.

Ohne Publikum

Überhaupt hat der gesamte Wettbewerb, zu dem der Börsenverein des Deutschen Buchhandels seit mehr als 60 Jahren aufruft, diesmal einen ungewöhnlichen Verlauf genommen. Beim Klassenentscheid und auch beim Schulentscheid am 3. Dezember konnte Luisa noch live aus »Mr. Griswolds Bücherjagd: Das Spiel beginnt« vorlesen. Dann kam der harte Lockdown. Vorlesen vor Publikum ging nicht mehr. Für den Kreis- und den Bezirksentscheid musste die Kandidatin Videos einreichen, die sie mit Hilfe ihrer Schwester daheim vor einer neutralen Wand aufgenommen hat. »Mick Mangodeep und die Rezepte der sieben Weltmeer« hatte sie für den Kreisentscheid ausgesucht, »Die abenteuerliche Reise der Ballerinus« für den Wettbewerb auf Bezirksebene.

Das Procedere war vorgeschrieben: zunächst eine etwa einminütige Vorstellung von Autor und Buch samt Inhaltsangabe, dann eine rund dreiminütige Lesung. Lotta nahm das Ganze mit dem Laptop auf.

Kein Lampenfieber

Hatte Luisa Lampenfieber? »Nein«, sagt sie. »Ich war nicht aufgeregt.« Die Videos könne man ja öfter drehen. »Das haben wir gemacht und das beste ausgewählt.« Mit dieser Strategie und einer spannenden Abenteuergeschichte geht sie nun auch beim Landesentscheid ins Rennen.

Der Lesewettbewerb ist eine von mehreren Aktionen, mit denen die Schüler der DBS zum Lesen motiviert werden sollen. »Wir beteiligen uns auch am Welttag des Buches«, berichtet Organisatorin Anita Böckner-Böcher. Außerdem habe man vor Weihnachten noch ein Bücherprojekt starten können, das Literatur aus der Schulbibliothek in den Mittelpunkt rückte. Die Kinder und Jugendlichen konnten die ausgeliehenen Titel während des Lockdowns im Rahmen von Videokonferenzen vorstellen. Die Verzahnung alter und neuer Medien sei gut angekommen, berichtet Böckner-Böcher. Sie hofft, dass der Lesewettbewerb im kommenden Jahr wieder in der gewohnten Form stattfinden kann. Wenn die Klassensieger zum Schulentscheid antreten, treffen sich nämlich sämtliche Sechstklässler in der Bibliothek und hören gemeinsam zu. »Das finden alle sehr gemütlich«, berichtet die Lehrerin.

Jetzt drückt die Schulgemeinde Luisa für den Landesentscheid die Daumen. Der DBS-Förderverein hat ihr bereits für den Sieg auf Kreisebene einen Büchergutschein spendiert. Zur Vorbereitung auf den Landeswettbewerb gab es einen Eisdielen-Gutschein. »Das hat sie verdient«, findet Anita Böckner-Böcher.